FCI-Standard Nr. 139 – Irish Terrier
Allgemeines Erscheinungsbild
Der Irish Terrier ist ein aktiver, lebhafter Hund mit drahtigem Fell und gut proportionierter Substanz. Geschwindigkeit, Ausdauer und Kraft sind für die Rasse essenziell, ohne dass er dabei unbeholfen wirkt. Weder plump noch unproportional darf er sein. Seine Konturen und Körperform vermitteln Agilität, Eleganz und Beweglichkeit.
Temperament / Wesen
Obwohl entschlossen und in der Lage, sich gegenüber anderen Hunden zu behaupten, ist der Irish Terrier bemerkenswert loyal, gutmütig und menschenfreundlich. Wird er angegriffen, kämpft er mit der Tapferkeit eines Löwen bis zum Äußersten.
Kopf
Lang, faltenfrei.
Schädel
Flach und relativ schmal zwischen den Ohren, zu den Augen hin leicht verjüngt.
Stop
Kaum sichtbar, außer in der Seitenansicht.
Nase
Schwarz.
Lippen
Straff und außen fast schwarz.
Kiefer
Stark, gut bemuskelt und von ausreichender Länge für einen festen Biss.
Zähne
Kräftig, gleichmäßig angeordnet, sauber und gesund, mit leicht überlappenden oberen Schneidezähnen.
Fang
Nicht zu massiv, unter den Augen leicht abfallend, sodass der Kopf nicht an einen Windhund erinnert.
Augen
Dunkel, klein, nicht hervorstehend, lebendig, feurig und intelligent. Gelbe oder helle Augen sind sehr unerwünscht.
Ohren
Klein, V-förmig, mäßig dick, gut angesetzt und eng anliegend nach vorne getragen. Die Oberlinie der gefalteten Ohren liegt deutlich über dem Schädel. Hängende Ohren oder halberhobene Ohren sind für die Rasse untypisch. Die Ohren sind kurz behaart, dunkler als das Körperfell.
Hals
Von guter Länge, nach den Schultern hin allmählich breiter werdend, gut getragen und nicht schlaff. Auf beiden Seiten bildet sich oft ein leichter Kragen, der fast bis zum Ansatz der Ohren reicht.
Körper
Ausgewogen, weder zu lang noch zu kurz.
Rücken
Kräftig und gerade, ohne jegliche Lockerheit hinter den Schultern.
Lende
Bemuskelt und leicht gewölbt; bei Hündinnen etwas länger als bei Rüden.
Brust
Tief und bemuskelt, nicht breit oder tonnenförmig, mit gut gewölbten Rippen, die weit nach hinten reichen. Eher tief als rund.
Rute
Ziemlich hoch angesetzt und fröhlich getragen, aber niemals über den Rücken gebogen oder ringförmig. Stark, gut bemuskelt und von mittlerer Länge. Unkupiert. Mit grobem Haar bedeckt, ohne Befederung.
Vorderhand
Mäßig lang, gut unter den Schultern angesetzt, vollkommen gerade, mit starkem Knochenbau und Muskulatur.
Schultern
Klare Kontur, lang und schräg angesetzt.
Ellenbogen
Bewegen sich frei am Körper entlang.
Hinterhand
Kräftig und bemuskelt.
Oberschenkel
Stark.
Kniegelenke
Mäßig gewinkelt, drehen weder nach innen noch außen.
Sprunggelenke
Tief über dem Boden angesetzt.
Pfoten
Kräftig, ziemlich rund und mäßig klein. Zehen gewölbt, weder nach innen noch außen gedreht. Schwarze Krallen sehr wünschenswert. Ballen gesund, frei von Rissen oder Wucherungen, gebrauchstauglich.
Gangwerk
Vorder- und Hinterhand bewegen sich gerade und parallel. Ellenbogen frei entlang der Körperseiten. Kniegelenke drehen weder nach innen noch außen.
Fell
Dicht, drahtig, rau und gebrochen in der Struktur, dennoch anliegend am Körper. Einzelne Haare stark und dicht, sodass die Haut selbst bei Partien mit auseinandergezogenen Haaren nicht sichtbar ist. Das Fell darf niemals seidig oder weich sein, besonders nicht an der Hinterhand, und sollte auch nicht so lang sein, dass die Körperkonturen verdeckt werden. Es darf weder gelockt noch gewellt sein. Das Gesichtsfell entspricht dem Körperfell, ist jedoch kürzer (ca. 6 mm), nahezu glatt und gerade. Ein feiner Bart ist das einzige längere Haar und ein typisches Merkmal der Rasse. Ein seidig glänzender „Ziegenbart“ weist auf schlechte Fellqualität am ganzen Körper hin. Die Beine sind frei von Befederung, die Behaarung ebenso hart wie am Körper, jedoch kürzer.
Farbe
Das Fell sollte einfarbig sein, bevorzugt leuchtend rot, rot-weizenfarben oder gelblich-rot. Weiß kann gelegentlich an der Brust auftreten.
Widerristhöhe
Ca. 45 cm.
Gewicht
Rüden ca. 12,25 kg, Hündinnen ca. 11,4 kg.
Bemerkungen zum Gewicht
Trotz dieser Richtwerte darf das Gewicht nie isoliert bewertet werden. Gesamtproportionen und Typ haben Vorrang. Ein kleiner, schwerer, mächtiger Hund oder ein leichter, langbeiniger Hund können beide das beschriebene Gewicht haben, jedoch nicht korrekt im Standart sein. Entscheidend ist eine allgemein akzeptable Größe in Kombination mit korrekten Proportionen und rassetypischen Eigenschaften.
Fehler
Jede Abweichung von den oben genannten Punkten gilt als Fehler, dessen Gewicht vom Ausmaß der Abweichung und der Auswirkung auf Gesundheit und Wesen des Hundes abhängt.
Zuchtausschluss
- Nase: jede andere Farbe als schwarz
- Biss: deutlicher Vor- oder Rückbiss
- Farbe: jede Farbe außer rot, rot-weizenfarben oder gelblich-rot (ein kleiner weißer Fleck an der Brust ist erlaubt)
- Pfoten: rissige Ballen oder abnormale Wucherungen
Anmerkung
Rüden müssen zwei sichtbar normal entwickelte Hoden haben, die vollständig im Hodensack liegen.
Charakter
Charakter und Erscheinung – ein strahlender Hund im roten Fell
„Ein Hund aus Gold. Außen wie innen.“
So beschreibt Jack London die Rasse in seinen weltberühmten Romanen Jerry of the Islands und Michael, Brother of Jerry und vermittelt damit anschaulich alle charakteristischen Eigenschaften des Irish Terriers.
Wie bereits erwähnt, wurde die Rasse ursprünglich gezüchtet, um ihren Besitzer im Alltag zu begleiten, das Anwesen zu bewachen und Schädlinge auf Bauernhöfen zu vertreiben. Daraus entwickelte sich ein vielseitiger Terrier, der eine außergewöhnlich enge Bindung zu seinem Menschen aufbaut. Sein größtes Bedürfnis ist es, stets in der Nähe seines Besitzers zu sein. Bei richtiger Erziehung äußert sich dieses Bedürfnis niemals in aufdringlichem, hyperaktivem Verhalten. Oft reicht es dem Hund, seinen Kopf auf das Bein seines Besitzers zu legen oder friedlich neben ihm einschläft.
Mit seinem roten Fell, seiner natürlichen Eleganz und den intelligenten, ausdrucksstarken Augen zieht der Irish Terrier automatisch Aufmerksamkeit auf sich. Er ist ein treuer, hingebungsvoller Begleiter sowie ein intelligenter, schnell lernender Arbeits- und Sporthund. Gleichzeitig bleibt er ein selbstbewusster, temperamentvoller Terrier mit starkem Willen. Konsequente und faire Erziehung ist unverzichtbar; harte Behandlung bringt keinen Erfolg. Mit einem Irish Terrier wird es niemals langweilig, und ein Sinn für Humor ist für jeden Besitzer von Vorteil.
Der Irish Terrier reagiert äußerst feinfühlig auf die Stimmung seines Besitzers und erkennt intuitiv, was in einer Situation erwartet wird. Die Rasse nutzt ihren natürlichen Charme geschickt, sei es nach einem kleinen Missgeschick oder einfach, um die Laune des Besitzers zu heben. Jeder Besitzer eines IrishTerriers kennt dieses Verhalten genau: den Kopf sanft im Schoß, weit geöffnete, glänzende Augen und eine Rute, die langsam und vorsichtig hin- und herschwingt.
Wie Albert Payson Terhune im 19. Jahrhundert schrieb:
„Dies ist vielleicht der beste Hund der Welt. Er schließt nicht sofort jeden Fremden ins Herz, aber er bleibt ein treuer Begleiter und furchtloser Beschützer für alle, die sein Herz gewonnen haben – ein irischer Gentleman alter Schule.“
Der Irish Terrier ist eine mittelgroße Rasse und gehört zur Familie der langbeinigen Terrier. Er ist klein genug, um bequem in ein Auto zu passen und so ständiger Reisebegleiter zu sein, zugleich aber groß genug, um bei Bedarf sein Zuhause und seine Menschen zu schützen.
Erscheinung
Der Irish Terrier gehört zur Gruppe der langbeinigen Terrier und ist nach dem FCI-Rassestandard Nr. 139 anerkannt. Der Gesamteindruck der Rasse wird durch ihr Erscheinungsbild, ihren Charakter (Wesen) und ihre Bewegung bestimmt.
Laut Standard ist der Irish Terrier ein aktiver, lebhafter und wendiger Hund, dessen Körperbau Geschwindigkeit, Kraft und Ausdauer vermittelt. Vertreter dieser Rasse müssen über eine angemessene Muskel- und Knochenstruktur sowie über eine solide Konstitution verfügen, gleichzeitig aber Eleganz ausstrahlen – eine Kombination, die nicht leicht zu erreichen ist.
Der für den Irish Terrier typische Ausdruck, der Entschlossenheit, Selbstbewusstsein, Fröhlichkeit, Mut und Eleganz zugleich vermittelt, wird vor allem durch Augen, Ohren und Kopfbehaarung geprägt. Die Augen sollten dunkel, leicht tief liegend und mandelförmig sein, mit braun pigmentierten Augenlidern. Die Ohren sind hoch angesetzt, klein, V-förmig und nach vorn gekippt, wobei die Spitze auf Höhe des äußeren Augenwinkels reicht – deutlich tiefer als bei Foxterriern. Das Ohrhaar ist etwas dunkler als das Fell am Körper. Die Ohren „sprechen“, und ihre Bewegung spiegelt klar die aktuelle Stimmung des Hundes wider. Der charakteristische Ausdruck der Rasse hängt auch von angemessen proportionierten Augenbrauen und Bart ab und ebenso davon, ob der Hundefriseur oder Züchter die genauen Trimmtechniken für diese Körperbereiche beherrscht.
Der typische Kopf eines Irish Terriers kann in seiner Form mit einem Ziegelstein verglichen werden, wobei auf parallele Linien und Proportionen geachtet werden muss. Das Verhältnis von Schädel zu Fang sollte exakt 1:1 betragen. Die Nasenspiegel sind stets schwarz.
Der Hals ist mittellang und elegant. Die korrekte Schulterwinkelung ist für die für die Rasse typische freie, bodendeckende Bewegung unerlässlich. Die Brust ist tief und muskulös, der tiefste Punkt liegt auf Höhe der Ellenbogen. Der Brustkorb sollte weder breit noch tonnenförmig sein. Die Lende ist muskulös und leicht gewölbt, ein wichtiges Rassemerkmal.
Die Hinterhand bildet den Antrieb des Körpers, mit gut bemuskelten Oberschenkeln, mittleren Kniewinkeln und korrekter Sprunggelenksstellung.
Die Rute ist hoch angesetzt, gerade oder sichelförmig, niemals gekringelt.
Der Irish Terrier ist eine drahthaarige Rasse mit ausreichender Unterwolle. Das Fell sollte der Körperkontur folgen, idealerweise jedoch nicht glatt sein wie bei einem glatthaarigen Foxterrier. Bei längerem Fell ist die Haarstruktur meist leicht wellig. Wird das Fell kurz getrimmt, verschwindet dies häufig, wodurch der Gesamteindruck glatter wirkt. Farblich sind alle Nuancen von hellweizen bis tiefrot erlaubt, keine ist bevorzugt. Wichtig ist, dass das Fell die richtige Härte hat und auf Kopf und Beinen von ausreichender Qualität und Länge ist.
Insgesamt wird das Erscheinungsbild der Rasse weitgehend durch den Standard definiert. Am wichtigsten ist ein harmonischer Gesamteindruck, der in erster Linie durch den Kopf und proportionalen Körperbau bestimmt wird.
Seit Jahrzehnten wird unter Züchtern über Gewicht und Größe diskutiert. Der Standard schreibt eine Widerristhöhe von 45,5 cm für Hündinnen und Rüden vor, dies ist jedoch heute nicht mehr realistisch. 1988 wurde der Standard daher um eine detaillierte Erklärung zu Gewicht und Höhe ergänzt, mit dem Konsens, dass der Gesamteindruck am wichtigsten ist. Es ist deutlich wünschenswerter, einen etwas größeren Hund mit idealen Proportionen und rassetypischem Gesamteindruck zu haben als einen Standardhund mit schlechter Struktur oder unproportioniertem Körperbau. Heute liegt die durchschnittliche Widerristhöhe bei Hündinnen bei 46–48 cm, bei Rüden bei 48–50 cm. Das Gewicht sollte dem Gesamteindruck entsprechen, typischerweise zwischen 14,5–17 kg.
Gelegentlich erscheinen Hunde mit sehr dunkelrotem oder dunkelbraunem Fell und extrem hartem Haar. Für viele wirkt dies optisch ansprechender als ein hellerer, weizenfarbener Irish Terrier. Extrem dunkles Fell am Kopf kann jedoch den für die Rasse typischen Ausdruck unerwünscht verändern. Solche Hunde lassen sich oft leicht trimmen, und einige Züchter betrachten dies als Zuchtziel. Leider kann extrem hartes Fell dazu führen, dass Kopf- und Beinfell unzureichend ausgebildet sind. Laut Standard sind korrektes Beinfell sowie die rassetypischen Augenbrauen und der Bart entscheidend für den charakteristischen Ausdruck des Irish Terriers. Bei Hunden mit sehr dunklem oder hartem Fell fehlen diese Merkmale oft oder sind unzureichend, was einen erheblichen Fehler darstellt. Die Fellfarbe darf niemals das Hauptkriterium für die Bewertung der Rasse sein.
Gesundheit
Aus Sicht des Tierarztes
Hinter dem eleganten Äußeren verbirgt sich eine perfekte Anatomie und ein gesunder Körperbau. Viele erblich bedingte Erkrankungen, die bei modischen Rassen häufig vorkommen – wie Hüft- und Ellbogendysplasie, Zahnfehlstellungen, Hernien, Hodenretention, Patellaluxation sowie vererbte Augen- und Herzkrankheiten – sind beim Irish Terrier selten.
Dies ist zum einen auf die ausgewogene Körperstruktur und das Fehlen anatomischer Extreme zurückzuführen, wie sie bei vielen anderen Rassen – z. B. Bulldogs oder anderen brachyzephalen Hunden – auftreten. Zum anderen hat der Irish Terrier nie den Launen modischer Trends nachgegeben. Verantwortungsbewusste Züchter haben die Gesundheit und den Charakter der Rasse durch sorgfältige Selektion bewahrt.
Irish Terrier sind in der Regel robuste und langlebige Hunde. Damit ihr genetisches Potenzial vollständig zur Entfaltung kommt, sind eine ausgewogene Ernährung, Impfungen, Parasitenkontrolle und die verantwortungsbewusste Kastration nicht-zuchtgeeigneter Hunde – insbesondere bei Hündinnen – unerlässlich. Eine frühe Kastration reduziert das Risiko von Mammatumoren und eitrigen Gebärmutterentzündungen erheblich.
Natürlich können auch Lifestyle-bedingte Erkrankungen wie Übergewicht oder Zahnstein auftreten, diese lassen sich jedoch mit aufmerksamer Pflege und Management gut kontrollieren.
Idealerweise haben Irish Terrier tief liegende „Terrier-Augen“. Diese Eigenschaft kann das Risiko einer Bindehautreizung erhöhen, da sich in tief sitzenden Augen leichter Staub in der Bindehautsack sammelt. Bei einigen Hunden kann sich morgens ein kleiner grau-weißer Belag im inneren Augenwinkel ansammeln; dies weist jedoch nicht auf eine Erkrankung hin.
Derzeit sind zwei vererbte Erkrankungen in der Rasse bekannt:
Hyperkeratose (auch „Corny Feet“, CF genannt) ist eine Erkrankung, die bei mehreren Terrier-Rassen vorkommt und durch eine übermäßige Hornhautbildung an den Ballen und in einigen Fällen an der Nasenspiegelhaut gekennzeichnet ist. Die Haut der Ballen verdickt sich und kann einreißen, die Krallen können abnormal lang und deformiert wachsen. Glücklicherweise ist die Erkrankung nicht lebensbedrohlich, aber unangenehm. Betroffene Hunde benötigen entweder periodische oder dauerhafte Behandlung. Hunde mit Hyperkeratose eignen sich nicht für Sport- oder Arbeitszwecke, da ihre Pfoten empfindlich und verletzungsanfällig sind. Die Erkrankung lässt sich meist frühzeitig erkennen, etwa ab einem Alter von 7 Monaten.
Nach langjähriger Forschung steht seit März 2014 ein DNA-Test zur Erkennung von Hyperkeratose bei Irish Terriern zur Verfügung. Wir sind besonders stolz darauf, die Forschung durch Blutproben von 25 unserer Hunde für das französische Labor Antagene unterstützt zu haben. Alle unsere aktuellen Zuchthunde sind selbstverständlich getestet und frei von der Erkrankung. In der Praxis bedeutet dies, dass unter unseren Welpen keine Tiere betroffen oder Träger von Hyperkeratose sein können.
Die Hyperkeratose beim Irish Terrier wird autosomal-rezessiv vererbt, das heißt, ein Hund kann nur erkranken, wenn beide Eltern Träger des Defekts sind und die Erkrankung homozygot-rezessiv vorliegt. Um den genetischen Hintergrund besser zu verstehen, lassen sich drei mögliche Szenarien unterscheiden:
- Homozygot-dominant: Keine defekten Allele, klinisch gesund, keine Weitergabe der Erkrankung.
- Heterozygot: Ein defektes und ein gesundes Allel, klinisch gesund, aber Träger, Weitergabe der Erkrankung möglich. Bei zwei heterozygoten Eltern kann ca. 25 % der Nachkommen betroffen sein.
- Homozygot-rezessiv: Zwei defekte Allele, klinisch betroffen, strikte Ausschluss aus der Zucht erforderlich.
Cystinurie bezeichnet die Bildung von cystinhaltigen Steinen in der Blase, bedingt durch eine Stoffwechselstörung, bei der die renale Ausscheidung der Aminosäure Cystin gestört ist.
Vererbte Cystinurie tritt in vielen Hunderassen auf, wobei genetischer Hintergrund und klinische Manifestation stark variieren können. Bei Neufundländern erfolgt die Vererbung homozygot-rezessiv, und genetische Tests für die Zucht stehen seit vielen Jahren zur Verfügung. Beim Irish Terrier ist die Vererbung und Manifestation bislang weniger eindeutig.
Bei Irish Terriern erkranken ausschließlich Rüden; Kastration scheint eine dauerhafte Lösung zu sein und heilt die Erkrankung beim betroffenen Tier effektiv. In Deutschland laufen derzeit Untersuchungen unter Leitung eines Tierarztes, der Irish Terrier besitzt. Ein genetischer Test ist bislang leider nicht verfügbar. Studien zeigen jedoch, dass genetisch betroffene Rüden bei ausreichender Wasserzufuhr und reduzierter Proteinzufuhr mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Symptome entwickeln. Eine erhöhte Proteinzufuhr kann hingegen bereits in jungen Jahren zur Steinbildung führen.